Normaler Ausfluss

Vaginaler Ausfluss ist eine Flüssigkeit, die im weiblichen Körper produziert wird. Konsistenz, Farbe, Menge und Geruch dieser Flüssigkeit können variieren. Die Flüssigkeit wird als Ausfluss bezeichnet und wird in den Gebärmutterhals Drüsen gebildet, um die Geschlechtsorgane vor bakteriellen Erregern und Pilzen zu schützen. Ausfluss hat einen, in der Vagina natürlich vorkommenden, Säuregehalt, der die Widerstandsfähigkeit der Schleimhäute gegenüber Pilzen und Bakterien stärkt. Wenn die Flüssigkeit aus der Vagina abgesondert wird, spricht man im Allgemeinen von vaginalem Ausfluss. Praktisch alle Frauen haben vaginalen Ausfluss und einige Frauen haben natürlicherweise mehr Ausfluss als andere Frauen.

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Der Ausfluss ist normalerweise geruchlos und durchsichtig. Er ist in der Regel flüssig oder kann eine zähe Konsistenz haben. Die Stärke kann sich während des Eisprungs und vor Ihrer Periode verändern.

Vaginaler Ausfluss in verschiedenen Abschnitten Ihres Lebens
Vaginaler Ausfluss kann in allen Abschnitten des Lebens vorkommen aber sein Erscheinungsbild kann sich verändern. Während der Pubertät tritt Ausfluss in der Regel häufiger und in größeren Mengen auf. Häufiger und starker Ausfluss ist auch während der Schwangerschaft üblich. Während der Menopause kann der Ausfluss ebenfalls seine Farbe ändern und, sofern die vaginalen Schleimhäute empfindlich oder trocken werden, dicker oder eitriger werden.

Was kann Änderungen im Ausfluss verursachen, die nicht auf eine Erkrankung hindeuten?
Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft wird die vaginale Schleimhaut stimuliert und es kommt zu einer vermehrten Produktion von Glykogen, welches einen niedrigeren pH Wert verursacht.

Stillen. Wenn Frauen stillen, produzieren sie sehr wenig Östrogen. Das reduziert die Menge an Milchsäurebakterien, erhöht den pH-Wert und die Schleimhaut wird dünner. Der Ausfluss wird dünn und wässrig. Die Schleimhaut wird empfindlicher, reißt leichter und fängt leichter an zu bluten.

Verhütungspillen. Wenn Frauen mit der Einnahme der Pille beginnen, wird der Eisprung unterdrückt und die normale Schwankung des vaginalen Ausfluss wird unterbrochen. Wenn sie dann die Pille absetzen, tritt diese Schwankung wieder ein. Manche Pillen enthalten eine große Menge an Östrogen, was zu einer stärkeren Menge an Ausfluss führt, wohingegen Pillen mit einer großen Menge an Progesteron zu einem dünneren Ausfluss führen.

Implantate zur Verhütung, hormonelle Spiralen oder Minipillen enthalten nur Progesteron. Die meisten Frauen merken keinen Unterschied, bei ca. 5 Prozent aller Frauen allerdings blockiert das Progesteron paradoxerweise den Effekt des Östrogens auf Ihren Körper. Die vaginale Schleimhaut wird dünner und die Glykogen Level sinken ab. Resultat ist eine geringere Menge an Milchsäurebakterien, ein leichter Anstieg des pH-Wertes und dünn flüssigerer Ausfluss.

Spiralen (IUP) aus Kupfer. Bei den meisten Frauen hat eine IUP keinen Einfluss auf den Ausfluss, bei einer kleinen Gruppe von Frauen aber tritt möglicherweise eine Irritation im Gebärmutterhals auf, wodurch sie mehr weiße Blutkörperchen bilden. Das kann eine Veränderung in der Farbe und eine größere Menge an Ausfluss verursachen.

Fieber. Hohes Fieber kann die Milchsäurebakterien beeinflussen und ihre Anzahl reduzieren, was in einem dünn flüssigen Ausfluss resultiert. Sobald das Fieber vorbei ist, findet der Körper zu seinem Ursprünglichen Zustand zurück.

Antibiotika. Wenn Sie aus irgendwelchen anderen Gründen, als einer vaginalen Infektion Antibiotika nehmen, kann dies Ihren Ausfluss beeinflussen. Die Konzentration an Antibiotika in Ihrem Körper steigt. Häufig verwendete Antibiotika unterdrücken Milchsäurebakterien und können diese fast völlig dezimieren. Ist die Behandlung mit Penicillin abgeschlossen, kehren die Milchsäurebakterien schnell wieder zurück. Allerdings gibt es auch Antibiotika, die die Milchsäurebakterien der Vagina nicht beeinflussen, wie Tetracyclin und Erythromycin.

Geschlechtsverkehr. Wenn Sie Geschlechtsverkehr haben, wird die Samenflüssigkeit vorübergehend den vaginalen pH-Wert erhöhen. Der Grund dafür ist, dass die Spermazellen nicht in einer säurehaltigen Umgebung in der Vagina überleben können. Der erhöhte pH-Wert dauert nur kurz an, kann aber, für diese Zeit, einen anderen Geruch Ihrer Vagina bewirken. Sollte dies der Fall sein, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.